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Exkursion Paris 26. – 30. Juni 2004
Hans Blank
Marie und Pierre Curie
Einleitung
Marie und Pierre Curie, französische Physiker, untersuchten in gemeinschaftlichen
Forschungsarbeiten die Strahlung chemischer Elemente und entdeckten 1896 die
neuen Elemente Polonium und Radium. Ihre Forschungsarbeiten wurden durch die
1895 von Becquerel entdeckte Strahlung von Uransalzen initiiert. Mit den Ergeb-
nissen ihrer Forschungsarbeiten legten sie eine der Grundlagen für die moderne
Kernphysik. 1903 erhielten sie zusammen mit Becquerel den Nobelpreis für Physik.
Marie Curie erhielt zusätzlich 1911 den Nobelpreis für Chemie.
Marie erlangte in der Naturwissenschaft als erste Frau internationales Ansehen.
Marie Curie
1867 Marie wurde am 7. November als Maria Salomee
Sklodowska, Tochter eines Mathematik- und Physik-
professors, in Warschau geboren. Sie besucht ein Ly-
zeum in Warschau
1883 schloss Marie das Gymnasium mit Auszeichnung ab.
Der Zugang zu einem Studium war ihr jedoch versagt,
weil Frauen zu dieser Zeit in Polen der Zugang zur
Universität nicht erlaubt war.
1884 nach einem Jahr Erholung auf dem Land - aus
gesundheitlichen Gründen -, kehrte Marie nach War-
schau zurück und gab Schülern Nachhilfeunterricht.
Sie nahm an den Lehrveranstaltungen der illegalen „Freien Universität“ teil.
Diese Vereinigung war eine Gründung junger Polen, um Vorlesungen in pol-
nischer Sprache zu halten. Da zu dieser Zeit Polen unter russischer Verwal-
tung stand, war die Amts- und Schulsprache russisch. Lehrveranstaltungen in
polnisch waren verboten. Um nicht von den russischen Behörden verhaftet zu
werden, fanden die Zusammenkünfte an wechselnden Orten statt. Deshalb
wurde sie auch „Fliegende Universität“ genannt.
1885 Marie Sklodowska nahm eine Stelle als Erzieherin und Gouvernante an, um
ihrer Schwester ein Studium in Paris zu ermöglichen. Frankreich war eines
der wenigen Länder, in denen auch Frauen an Universitäten studieren konn-
ten.
1891 folgte Marie ihrer Schwester nach Paris, um dort zu studieren. Sie belegt in
der Mathematisch-Physikalischen Fakultät das Hauptfach Physik und zusätz-
lich die Fächer Mathematik und Physik.
1893 legte Marie Curie die Abschlussprüfung in Physik ab und belegte dabei den
ersten Platz. In Mathematik wurde sie Zweitbeste. Danach wird sie Doktoran-
din bei dem Physiker Antoine Henri Becquerele.
Marie Curie (1867– 1934)
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Pierre Curie
1859 Pierre Curie wurde am 15. Mai in Paris als Sohn eines
Arztes geboren.
Er besuchte weder eine Grundschule noch ein Gymna-
sium. Seine Eltern, sein Bruder und ab 1873 unter-
richteten ihn der bekannte Mathematiker A. Bazille.
Durch seine rasche Auffassungsgabe bestand er mit
16 Jahren das Abitur.
1875 Beginn des Physikstudiums an der Sorbonne in Paris.
1877 Mit 18 Jahren schloss er das Studium mit dem Lizen-
ziat ab.
1878 trat Pierre Curie eine Assistentenstelle an der Sor-
bonne bei Professor Leroux an. Seine Tätigkeiten waren die Versuchsvorbe-
reitungen für die Physikvorlesungen und die Leitung von Seminaren in der
Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät. Daneben beschäftigte er
sich mit der Bestimmung der Wellenlängen von Infrarotstrahlungen.
Neben dieser Tätigkeit forschte Pierre mit seinem Bruder Jacques, der als
Assistent am Mineralischen Institut in Paris beschäftigt war, auf dem Gebiet
der Kristallquarze. Dabei entdeckten sie, dass bestimme Kristallquarze bei
mechanischem Druck eine Spannung erzeugen und bei dem Anlegen einer
Spannung sich mechanisch zusammenziehen.
1880 stellten Pierre und Jacques der Öffentlichkeit ihre Entdeckung vor. Sie nann-
ten das Phänomen „Piezoelektrischer Effekt“.
Die Brüder entwickelten auf der Basis dieses Effektes ein piezoelektrisches
Quarz-Elektrometer, mit dem sehr kleine Ströme gemessen werden können.
Dieses Instrument diente Marie Curie bei ihren späteren Forschungsarbeiten
zur Bestimmung der radioaktiven Strahlung. Heute werden Kristalle mit dem
Piezoeffekt in Mikrofonen, Quarzuhren und weiteren Bauelementen (Deh-
nungsstreifen usw.) eingesetzt.
1883 wechselte Pierre Curie als Laborleiter an die Hochschule für Industrielle Phy-
sik und Chemie in Paris. An dieser Schule arbeitete er 24 Jahre, zuerst als
Laborleiter, dann als Professor.
1891 Pierre Curie begann die magnetischen Eigenschaften von Metallen bei
Temperaturen bis zu 1400
0
C zu erforschen. Seine Forschungsarbeiten führ-
ten zu Ergebnissen, die sich in den zwei folgenden Gesetzen niederschlugen:
1. Curiesches Gesetz: Das Verhältnis der Magnetisierung zur magnetischen
Feldstärke paramagnetischer Stoffe ist umgekehrt proportional zur abso-
luten Temperatur.
2. Curie-Temperatur: Ferromagnetische Stoffe verlieren oberhalb dieser
Temperatur ihre magnetische Eigenschaft und werden paramagnetisch.
1895 hat er seine Dissertation mit dem Thema „Magnetische Eigenschaften von
Substanzen im Temperaturbereich zwischen 25 und 1400
0
C fertig gestellt.
1895 26. Juni heirateten Marie und Pierre Curie.
Piere Curie (1859-1906)
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Forschung
1895 entdeckte Röntgen die Röntgenstrahlung, die er X-Strahlen
(X-Rays) nannte, eine bis heute außerhalb Deutschlands üb-
liche Bezeichnung. Die Entdeckung der Röntgenstrahlung
wurde von den Wissenschaftlern mit großer Aufmerksamkeit
zur Kenntnis genommen. Röntgen durchleuchtete mit den
Röntgenstrahlen die Hand seiner Frau und stellte damit die
erste Röntgenaufnahme her.
1896 Unmittelbar nach Entdeckung der Röntgenstrahlung gelang Becquerel bei der
Untersuchung der Phosphoreszenz von Uranverbindungen der Nachweis ei-
ner bisher unbekannten Art von Strahlung, die sich, unabhängig von allen äu-
ßeren Einflüssen, durch Schwärzung von fotografischen Platten bemerkbar
machte. Damit gab es zu der von Röntgen entdeckten künstlichen Strahlen
die von Becquerel nachgewiesene natürliche Strahlung. Außer dem Nach-
weis gab es keine Erklärung, wodurch diese Strahlungen verursacht werden.
Im März legte Becquerel der Französischen Akademie der Wissenschaften
einen Bericht vor, der aber weitgehend unbeachtet blieb.
Marie Curie bekam Kenntnis von Becquerels Forschungsergebnissen und
überlegte, woher diese Strahlung kommen könnte und beschloss, die von
Becquerel gefundene Strahlung zum Thema ihrer Doktorarbeit zu machen.
Sie begann die Strahlung des Urans in seinen verschiedenen Verbindungen
zu untersuchen und stellte keinen Unterschied in der Strahlungsstärke pro
Einheit bei verschiedenen chemischen Uranverbindungen fest. Aber, je grö-
ßer der Uranbestandteil in den Verbindungen war, desto größer war die
Strahlung, während Beleuchtung und Temperatur keinen Einfluss hatten. Ma-
rie und Pierre Curie vermuteten deshalb, dass die Strahlung eine Eigenschaft
des Atoms sei, was sich später als richtig erwies.
Im Gegensatz zum Nachweis von Strahlung mit fotografischem Papier, be-
nutzte Marie Curie das von ihrem Mann erfundene, nach dem piezo-elektri-
schen Prinzip arbeitende, Quarz-Elektrometer. Damit konnte die Strahlung
nicht nur festgestellt, sondern gemessen werden. Die Art dieser Messung war
wesentlich effizienter als die radiografische Methode.
1897 begannen Marie und Pierre Curie mit Untersuchungen zum Nachweis, dass
auch andere Materialien die Eigenschaften von Uran haben. Während dieser
Forschungsarbeiten entdeckten sie gleichzeitig mit dem Physiker Schmidt die
Piezoelektrisches Quarz-Elektrometer
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Strahlungseigenschaften von Thoriumverbindungen, die den Uranstrahlungen
ähnlich sind. Genau wie bei den Uranverbindungen schienen die Strahlen
von dem Element Thorium auszugehen.
Es stellte sich mit diesen Entdeckungen die Notwendigkeit heraus, den neuen
Strahlen einen Namen zu geben. Marie Curie verwarf den Vorschlag, sie
„Becquerelstrahlung“ zu nennen, sondern nannte die Eigenschaft der Ele-
mente „Radioaktivität“ und die Elemente, die strahlen, „radioaktiv. Die Na-
mensgebung wurde mit der Entdeckung des Poloniums veröffentlicht.
Marie und Pierre Curie untersuchten weitere Materialien wie Pechblende aus
verschiedenen Gebieten, Chalkolith, Autunit usw. Sämtliche strahlenden
Materialien enthielten Uran. Einige Materialien strahlten wider Erwarten stär-
ker als Uran. Mit den bisherigen Forschungsergebnissen stimmte diese Aus-
wertung nicht überein.
Um diesen Widerspruch aufzuklären, stellten sie reines Chalkolith her, das
eine normale Radioaktivität hatte (ca. 2 x schwächer als Uran), während die
vorher gemessene Chalkolithverbindung mit zweifacher Intensität des Urans
strahlte. Marie und Pierre Curie schlossen aus den Ergebnissen, dass die
Pechblenden (drei- bis vierfache Intensität der Uranstrahlung), das Chalkolith
und Autunit in geringer Menge eine stark strahlende Materie enthalten muss,
die von den bekannten Elementen – Uran und Thorium – verschieden ist.
Da die Analysen der Mineralien auf 1...2% genau durchgeführt werden konn-
ten, so war nach Pierre Curie zu vermuten, dass nur geringe Mengen des
neuen Elements aus dem zu untersuchenden Material zu gewinnen wäre,
d. h., aus 100 g Pechblende wäre ca. 1 g Polonium zu gewinnen. Die Wirk-
lichkeit sah anders aus. Aus 30.000 t Pechblende war, wie später festgestellt,
nur 1 g Polonium zu extrahieren, und mehrere Tonnen Pechblende mussten
getrennt werden, um 1 g Radium zu gewinnen.
Aufgrund der bisherigen Untersuchungen wurde beschlossen, das neue ver-
mutete Element aus der Pechblende zu extrahieren. Die Untersuchung wurde
wie folgt durchgeführt:
Nach Trennung der Substanzen in seine Produkte wurde eine radioak-
tive Messung vorgenommen und der am stärksten strahlende Teil wei-
ter getrennt.
Nach Trennung der Pechblende blieben zwei erhöht strahlende Substanzen
übrig, Wismut und Bariumsulfat. Käufliches Wismut und Bariumsulfat zeigten
jedoch keine strahlende Aktivität. Marie und Pierre Curie sahen dies als Be-
weis an, zwei neue radioaktive Elemente vor sich zu haben. Sie nannten das
Wismut begleitende Element Polonium (nach ihrem Geburtsland Polen) und
das dem Bariumsulfat verbundene Element Radium. Später ist ein drittes
strahlendes Element in der Pechblende von Debierne entdeckt worden, das
er Aktinium nannte.
Die gesundheitlichen Schädigungen durch die radioaktive Strahlung waren
damals noch nicht bekannt. Deshalb wurden auch keine Schutzvorrichtungen
bei den Untersuchungen mit den strahlenden Materialien vorgenommen. Es
zeigten sich deshalb bei Marie Curie die ersten Anzeichen von Strahlenschä-
den.
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1897 Geburt ihrer Tochter Irène, die 1935 mit ihrem Ehemann Frédéric Joliot-Curie
den Nobelpreis für Chemie erhielt.
1898 Im Juli und Dezember veröffentlichten Marie und Pierre Curie die Ergebnisse
ihrer Forschung und gaben ihrer Vermutung Ausdruck, dass die aus der
Pechblende gewonnenen Substanzen neue, noch nicht bekannte Metalle
enthalten, die sie Polonium und Radium nannten.
1899 begannen Marie und Pierre Curie mit der Trennung von Pechblende, um die
vermuteten Elemente Polonium und Radium zu extrahieren. Da die Arbeiten
zeit- und arbeitsaufwendig waren, beschlossen sie, eine Arbeitsteilung vorzu-
nehmen. Während Marie den Trennungsprozess durchführte, erforschte
Pierre die physikalischen Grundlagen.
Zur Gewinnung von reinem Radium und Polonium waren größere Mengen
von Pechblende erforderlich. Mithilfe der österreichischen Regierung konnten
die Curies 60 Tonnen Uranrückstände aus der St. Joachimsthaler Mine in
Böhmen erhalten. Eine erste Trennung des Materials fand in einem befreun-
deten Betrieb statt. Trotzdem waren noch größere Mengen zu verarbeiten,
um endlich 1902 Radium- und Poloniumverbindungen zu erhalten, deren Ra-
dioaktivität bedeutend stärker war als die von Uran. Mit diesen Präparaten
konnten die Atomgewichte von Radium und Polonium bestimmt werden. Bis
zur Herstellung eines reinen Radiumchlorids vergingen noch einmal fünf
Jahre.
Die Arbeiten zur Trennung der Uranrück-
stände hatten kaum noch einen Laborcha-
rakter. Es mussten große Mengen von
Uranrückständen verarbeitet werden. Der
Direktor der Hochschule für Industrielle
Physik und Chemie, an der Pierre Curie als
Laborleiter arbeitete, stellte einen Schup-
pen in der Schule zur Verfügung. Hier
mussten die Curies unter primitiven Um-
ständen ihre Forschungsarbeiten durchfüh-
ren. Im Sommer war der Raum heiß wie
ein Treibhaus, während des Winters eis-
kalt. Durch das Dach tropfte Regenwasser
in den Raum.
Der deutsche Chemiker Wilhelm Ostwald:
Es war eine Kreuzung zwischen Stall und
Kartoffelacker, und wenn ich nicht die chemischen
Apparate auf dem Arbeitstisch gesehen hätte, hätte
ich das Ganze für einen Witz gehalten
“.
Ebenfalls 1899 gelang Rutherford der Nachweis, dass die Uranstrahlung sich
aus zwei Anteilen, der
α
- und
β
-Strahlung zusammensetzt: die
α
-Strahlung
besteht aus zweifach positiv geladenen Helium-Ionen, die
β
-Strahlung ist
eine Röntgenstrahlung mit kleiner Wellenlänge. Marie Curies Überlegungen
gingen ebenfalls in diese Richtung. Rutherford konnte jedoch seine
Ergebnisse früher veröffentlichen.
Laboratorium
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In diesem Jahr entdeckten Marie und Pierre Curie die „Induzierte Radioaktivi-
tät“. Während der Untersuchung radioaktiver Substanzen beobachteten sie,
dass alle nicht radioaktiven Gegenstände, die sich in der Nähe von radium-
haltigen Salzen befanden, selbst radioaktiv wurden. Die Radioaktivität ließ
allerdings nach einiger Zeit nach.
Marie Curie nahm eine Lehrertätigkeit an der École Normale Supérieure für
Mädchen in Sévres an. Dort führte sie im Unterricht die Methode der experi-
mentellen Demonstrationen ein.
1903 Am 25. Juni legte Marie Curie an der Sorbonne ihre mündliche Doktorprüfung
in Physik ab. Die Dissertation trug den Titel „Forschung über radioaktive
Stoffe“.
Im November erhielten Marie und Pierre Curie
als Anerkennung des außerordentli-
chen Verdienstes, das sie sich durch ihre gemeinsamen Arbeiten über die von H. Becquerel
entdeckten Stählungsphänomene erworben haben“
zusammen mit Becquerel den
Nobelpreis für Physik. Becquerel erhielt die Auszeichnung
"als Anerkennung des
außerordentlichen Verdienstes, das er sich durch die Entdeckung der spontanen Radioakti-
vität erworben hat"
.
1904 Pierre Curie erhielt einen Lehrstuhl für Physik an der Sorbonne in Paris.
1906 Am 19. April kam Pierre Curie bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Er wurde
von einem Pferdewagen überfahren. Marie Curie führte daraufhin die Vorle-
sungen ihres Mannes an der Universität weiter. Sie war die erste Frau, die an
der Sorbonne lehrte.
1908 wurde sie zur ordentlichen Professorin ernannt.
1911 wurde Marie Curie aufgefordert, sich zur Aufnahme in die Akademie der Wis-
senschaften zu bewerben. Trotz ihrer weltweiten Anerkennung für ihre wis-
senschaftlichen Forschungen und
Entdeckungen unterlag sie ihrem
Mitbewerber. Dabei soll die öffentli-
che Aufmerksamkeit ihrer privaten
Beziehungen zu einem Physiker-
kollegen mitgespielt haben. Marie
Curie hat sich nie wieder um eine
Aufnahme beworben.
Marie Curie nahm als einzige Wis-
senschaftlerin an dem internationa-
len Kongress in Brüssel teil, wo alle
bedeutenden Wissenschaftler zu-
sammentrafen.
Im Dezember erhielt sie "
als Anerken-
nung des Verdienstes, das sie sich um die Entwicklung der Chemie erworben hat durch die
Entdeckung der Elemente Radium und Polonium, durch die Charakterisierung des Radiums
und dessen Isolierung in metallischem Zustand und durch ihre Untersuchungen über die
Natur und die chemischen Verbindungen dieses wichtigen Elements"
den Nobelpreis für
Chemie.
Damit ist sie eine der wenigen Personen, die zwei Nobelpreise in den Natur-
wissenschaften bekommen haben.
Internat. Solvay-Institut für Physik
1. Physik-Kongreß, Brüssel 1911
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1914 Marie Curie wurde Leiterin des Radium-Instituts an der Pariser Universität
Sorbonne.
1918 Gemeinsam mit ihrer Tochter Iréne ent-
wickelt sie im Ersten Weltkrieg eine
mobile Röntgenstation. Sie selbst steu-
erte einen dieser Wagen an der Front.
In diesen Wagen konnten die Verletz-
ten vor Ort untersucht werden.
Nach dem Krieg nahm sie ihre
Forschungstätigkeit am Radium-Institut
wieder auf, und unter ihrer Leitung entwickelt sich das Institut zu einem
Zentrum der Nuklearphysik.
Aufgrund ihrer weltweiten wissenschaftlichen Anerkennung hielt Marie Curie
Vorlesungen in vielen Ländern.
In Begleitung ihrer beiden Töchter bereiste sie 1921 die Vereinigten Staaten
von Amerika. Der Präsident, Warren G. Harding, überreichte ihr als Anerken-
nung ihrer Forschungsleistung ein Gramm Radium, dessen Kauf durch ame-
rikanische Frauen finanziert wurde.
1922 wurde Marie Curie Mitglied der Akademie für Medizin in Paris.
1932 Übergabe des Radium-Instituts an ihre Tochter Iréne Joliot-Curie
1934 Am 4. Juli starb Marie Curie in Sancellemoz (Savoyen) an Leukämie, einer
Folge ihrer langjährigen Kontakte mit stark strahlenden radioaktiven Materia-
lien.
Literatur
Peter Ksoll/Fritz Vögtle: Marie CurieRobert Reid: Marie Curie
Eve Curie : Madame Curie
Ulla Fölsing : Marie Curie
Mme. P. Curie : Die Radioaktivität
Robert Reid : Marie Curie

   

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